Samstag, Oktober 22, 2005

Deutsche Poltik im Ersten Weltkrieg

Ich lese gerade ein interessantes Buch, nämlich die Memoiren von Johann Heinrich Bernstorff, dem deutschen Botschafter in den USA von 1908 bis 1917, d. h. bis zum Kriegseintritt der USA. Danach war er ebenfalls als Botschafter in Konstantinopel; dann nach Kriegsende Abgeordneter und Diplomat, der vor allem im Völkerbund tätig war.
Es ist heute fast vergessen, daß fundierte Kritik an der deutschen Politik der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zuerst von deutschen Diplomaten kam. Diese hatten eben Einblick in Vorgänge, von denen der Bürger kaum etwas mitbekam, da Diplomatie damals fast völlig im Geheimen betrieben wurde. Es war der Freiherr von Eckardstein, seinerzeit Botschaftsrat in London, der zuerst verriet, daß um 1900 herum die britische Regierung mehrfach versucht hatte, ein Bündnis mit Deutschland einzugehen, was aber durch die blödsinnige Politik Wilhelms II. und Bülows verhindert wurde.
Ein ähnliches Bild entwirft auch Bernstorff, dem es lange gelang, die USA neutral zu halten, wie die deutsche Regierung Präsident Wilson immer wieder brüskiert hat und seine Vermittlungsbemühungen scheitern lies - mit dem bekannten Resultat.
Auch aus seiner Zeit in Konstantinopel bringt er interessante Details: Erwähnt sei seine Chararkteristik von Taalat Pacha, dem Hauptverantwortlichen für die Armeniermorde. Originalzitat: "Als ich ihm immer und immer wieder wegen der armenischen Frage zusetzte, sagte er mir lächelnd: Was wollen sie denn? Die Frage ist erledigt. Es gibt keine Armenier mehr."
Was ich nicht wußte: Auch die deutsche Regierung bzw. Bernstorff hat damals mit der verbündeten türkischen Regierung über die Errichtung eines Jüdischen Nationalheims in Palestina verhandelt. Das ist dann in der Weimaer Republik weitergeführt worden. Bernstorff war hier der Präsident des "Deutschen Komitees Pro Palestina" die in Zusammenarbeit mit der Jewish Agency für die Gründung einer jüdischen Heimstätte eintrat. Aus naheliegenden Gründen wurde sie 1933 aufgelöst.
Das nur ein kleiner Überblick: Wen es interessiert, der lese Johann Heinrich Bernstorff, Erinnerungen und Briefe, Zürich 1936.

Freitag, Oktober 07, 2005

neues Forum, neues Glück

Da die Atlantiker ja leider dichtgemacht haben, mußte ich mir ein neues Forum suchen. Endlich, dank eines Tipps von Gegenstimme, habe ich eins gefunden: http://www.politikforen.de/index.php?
Nirgendwo sonst sind die Meinungen so gegensätzlich. Bei Politikforen streitet die äußerste Rechte mit der äußersten Linken. Das ist wirkliche Diskussionskultur, so wenig ich das Wort sonst schätze. Also, wie sagte doch Ritter Runkel von Rübenstein, "Gut Holz".

Mittwoch, Oktober 05, 2005

High noon

Gerade lese ich in SPON, daß die Kanzlerfrage nun endgültig morgen in einem Spitzengespräch geklärt werden soll. Teilnehmen sollen auf der einen Seite Schröder und Münte, auf der anderen Merkel und Stoiber. Einen Haufen Gemeinsamkeiten habe man entdeckt (das ist nicht gelogen: beide Seiten haben gemeinsam, daß sie den Kanzler stellen wollen), nur die letzte, eben die K-Frage, müsse noch geklärt werden.
Es ist doch eigentlich schön, wenn in dieser Welt der ewigen und meistens faulen Kompromisse endlich mal eine Entweder- Oder Entscheidung ansteht. Da ich gerade nichts anderes zu tun habe, will ich einige Szenarien durchspielen:
1. Die amerikanische Lösung. Die Sache wird mit 45igern ausgetragen. Wer lebend den Raum verläßt, wird Kanzler.
2. Die romantische Lösung. Schröder und Merkel heiraten. Gut, ich weiß auch, daß Schröder schon verehelicht ist. Aber er ist so oft geschieden, da kommt es auf einmal mehr auch nicht an. Dann könnten die beiden sich nachts, beim zärtlichen Techtelmächtel, über Streitfragen einig werden.
3. Die deutsche Lösung. Die klassische deutsche Lösung ist immer der "Dolchstoß". D. h. irgendwer muß irgendwen verraten. Also Stoiber Merkel oder Münte Schröder.
Wem weitere Lösungsmöglichkeiten einfallen, der ist herzlich eingeladen.

Dienstag, Oktober 04, 2005

Streik a la française

Als wohlinformierter Zeitgenosse wußte ich natürlich, daß heute Metro, Eisenbahnen, Flughäfen, kurzum das gesamte öffentliche Verkehrsnetz bestreikt werden würde. Ich hatte mich entsprechend vorbereitet: Notproviant eingepackt, Eispickel und Schneebrille bereitgelegt, neue Batterien für die Taschenlampe besorgt, die Schlittenhunde gefüttert ... Dann ging ich zur Metro, sie kam nach zwei Minuten und war eher leerer als sonst. Bei Concorde wechselte ich in eine andere Linie; auch hier kam der Zug binnen kürzester Zeit und war abermals nur mäßig voll. Abends, bei der Heimfahrt, das gleiche Bild. War das der große Streik gewesen, bei dem alle Räder (nicht) stillstehen, wenn mein (bzw. der Gewerkschaften) starker Arm es will? Wäre ich ein böser Neocon würde ich sagen, das ist mal wieder typisch französisch: viel Lärm um nicht. Aber vielleicht sind die hiesigen Gewerkschaften ja einfach nur gewitzt. Man braucht nicht mehr wirklich zu streiken, man muß nur dafür sorgen, daß die entsprechenden Meldungen im Fernsehen kommen.

Montag, Oktober 03, 2005

Paris I

Möglicherweise werden meine Leser bemängeln, daß ich kaum etwas über Paris schreibe, diese ach so wunderbare Stadt, über die - zumindest der Deutsche - doch eigentlich Lobeshymnen anzustimmen hat. Ich fürchte jedoch, es mangelt mir am nötigen Enthusiasmus. Auch ist es ein Unterschied, ob man als Tourist einige Tage oder Wochen in einer Stadt verbringt, oder ob man dort ganz normal lebt und seinem Beruf nachgeht. Der Eifelturm ist ja ganz hübsch, aber wenn man ihn öfter sieht, ist er binnen kurzem nur noch ein Haufen Alteisen (Pariser erzählen Neulingen immer gern die Anekdote von jenem Schrotthändler aus der Provinz, der einem geschäftstüchtigen Pariser den Eifelturm abkaufte, und sehr überrascht war, als die Polizei ihn daran hinderte, den Schneidbrenner anzusetzen).
Also, nehmen wir das Negative vorweg: Paris ist - wie alle Großstädte dieser Größe - laut und stressig. Weiterhin - das gilt in dem Maße vielleicht doch nicht für alle vergleichbaren Großstädte - ist Paris teuer! Das hat zwar den Vorzug, daß mir bei meinen gelegentlichen Besuchen im heimatlichen Düsseldorf alles herrlich billig vorkommt, indes man bezahlt doch recht teuer für dieses Vergnügen. Der Grund ist, abgesehen von dem gleichsam "natürlichen" Grund, daß eben Großstädte immer ein höheres Preisniveau aufweisen, vor allem die höhere Mehrwertsteuer (19,6 %) in Frankreich. Das fördert den Konsum durchaus nicht (was Frau Merkel sich merken sollte).
Immerhin, Paris hat auch erfreulichen Seiten, die man in vergleichbaren Städten nicht immer findet. Mir liegt hier vor der Vergleich mit Rom nahe; ich habe dort über ein Jahr gewohnt; beide Städte sind ja etwa von gleichem Kaliber. Anders als Rom hat Paris ein funktionierendes, schnelles und gutausgebautes Nahverkehrssystem: die Metro (U-Bahn), wie sie in Rom eben nur in Ansätzen existiert. Hier und überhaupt im Stadtbild bemerkt man eine konsequente, seit dem 19. Jahrhundert durchgehaltene, rationale Stadtplanung (wie sie in Rom ebenfalls nur in Ansätzen existiert). Insofern mag für den Freund alter Ruinen Rom das schönere Reiseziel sein, wohler fühlt man sich in Paris.

Dienstag, September 27, 2005

Schwarzbuch Irak

Jüngst erschienen ist hier: "Le Livre noir de Saddam Hussein, sous la direction de Chris Kutschera, préface de Bernard Kouchner". Ich habe das Buch noch nicht in der Hand gehabt; es scheint sich aber um eine detaillierte Zusammenstellung der Verbrechen Saddam Husseins zu handeln, die man offenbar im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Prozeß erstellt hat. Chris Kutschera, der Herausgeber, hat bereits diverse Reportagen über die Verfolgung der Kurden durch Hussein veröffentlicht, ist also für das Thema ausgewiesen.
Hier der Link bei Amazon:
http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/2915056269/qid=1127818160/sr=8-1/ref=sr_8_xs_ap_i1_xgl/402-1094209-7940945
Hier eine Inhaltsübersicht:
http://www.aidh.org/lirecoutevoir/livr-hussein.htm

Montag, September 26, 2005

China

Neulich, in einem dieser französischen Riesensupermärkte, wo man außer Spaceshuttles alles kriegt, sagte mein Sohn (6 Jahre), was er in solchen Fällen immer sagt: "Papa, kaufst Du mir was?". Mir ernster Miene wende ich mich ihm zu und belehre ihn über Konsumterror, zwanghaftes Einkaufen, die Freuden des einfachen Lebens, die ... "Paapaaa!!! Kaufst Du mir was?" Jetzt zeigt Papa, daß er auch etwas von Pädagogik versteht. "Hör mal du kleiner Schurke. Wenn du gaaaaaaanz brav bist und keieieieiein Theater machst, dann kaufe ich Dir vieieieieleicht was."
5 Minuten später sind wir am Spielwarenregal. Zu den erfreulichen Seiten des Vaterseins gehört, daß man einen Haufen Sachen wiederendeckt, die man längst vergessen hatte. Man kann wieder Comixhefte lesen, wieder Cowboy spielen, wieder Autoscooter fahren und dergl. mehr. Gut, meine Lieblingsfrau wirft mir immer diesen gewissen Blick zu, den Frauen seit Evas Zeiten für ihre Ehemänner reserviert haben, aber ich kann doch nun wirklich kein Kleinkind unbeaufsichtigt solche Sachen machen lassen. Aber was wollte ich eigentlich sagen?
Ich schaue mir also das Angebot genauer an, bemerke mit Interesse die durchaus gelunge Nachbildung einer 44er Magnum (Dirty Harry läßt grüßen), des beliebten Kalaschnikow-Gewehrs, des von Robin Hood gebrauchten Bogens, des Power-Rangers (das aktuelle Äquivalent von Batman) als mein Blick - es kaum glauben wollend - an den Preisen hängen bleibt. Nur eine Euro für jedes dieser Teile!! Das ist - auch den Kaufkraftunterschied in Rechnung gestellt - nur ein Bruchteil dessen, was dergleichen in meiner Jugendzeit kostete. Als ich genauer hinschaue, bemerke ich, daß diese Sachen etwas abgesondert vom sonstigen - deutlich teureren - Spielwarenangebot hängen.
Des Rätsels Lösung: Diese billigen Sachen sind alle "Made in China". Und das zu einem Preis den man einfach nicht mehr überbieten kann. Sollte doch etwas dran sein an der gelben Gefahr? Bei näherer Betrachtung zweifle ich daran. Ich habe einige dieser Sachen gekauft. Sie waren binnen kürzester Zeit kaputt.

Samstag, September 24, 2005

noch einmal Computer

Ch. Arm. fragte in einem früheren Post, ob es hier keine Internetcaffees gebe. Das habe ich mich auch schon gefragt. Gut, ich habe nicht systematisch danach gesucht, aber während meiner Internetabstinenz habe ich doch die Augen offen gehalten, ob sich nicht in Wohnungsnähe ein solches befinde. Fehlanzeige. Ebensowenig ist mir bisher ein ordentliches Computerfachgeschäft begegnet.
Mein Vetter, der in der Compterbranche arbeitet, meint, die seien alle am Gare du Nord konzentriert. Mag ja sein, aber die Bäckereien oder die Supermärkte sind doch auch nicht alle in einem Viertel konzentriert. Es bleibt wohl nur eine Schlußfolgerung, die auch durch andere Eindrücke bestätigt wird: Was Computer betrifft, sind die Franzosen noch weiter zurück als die Deutschen. Mein persönlicher Maßstab ist dafür immer Amazon. Vergleicht man das Angebot an Computern und verwandten Geräten beim französischen mit dem beim deutschen Amazon, ist der französische Amazon, was die Vielfalt der Auswahl betrifft, immer etwa zwei bis drei Jahre hinter dem deutschen zurück. Man muß eben Geduld haben. Wenn es endlich gelingt, boudin noir als Attachment zu verschicken, werden sich die Franzosen raketengleich an die Spitze setzen.

Wahl

Alle schimpfen über die deutschen Wähler. Ich auch. Daß man der Wahl mit immerhin bedenkenswerten Gründen auch etwas positives abgewinnen kann, erfährt man hier:
http://www.fuckfrance.com/read.html?postid=1506251&replies=18

Freitag, September 23, 2005

Dieses und jenes

Man muß wissen, wenn man verloren hat. Ich habe mir also - mit Tränen in den Augen - einen neuen Computer gekauft (Wie sagte doch ein kluger Erpel: "Leute, die Geld ausgeben, verstehen nichts von den wahren Freuden eines Kaptialisten"). In so einem Versandhaus habe ich ihn bestellt, zusammen mit einem neuen Windows XP. Das Windows kam zwei Tage vor dem Computer, und was tue ich, ich installiere das neue Windows auf meinem alten PC, dem, mit dem ich seit Wochen nicht mehr ins Internet komme. Und - der Leser wird es schon erraten haben - auf einmal funktioniert der alte Compi wieder einwandfrei. Jetzt stehe ich da mit zwei funktionierenden Computer. Was soll ich mit zwei Computern? Aber, siehe da, meine Frau, die doch früher gar nicht genug über Compis und Internet wettern konnte, will auf einmal auch einen haben. Nun, ein braver Ehemann kommt allen Wünschen seiner besseren Hälfte zuvor, ich werde also den alten im Wohnzimmer anschließen. Kann man 2 Compis über ein Modem betreiben? Die Antwort kennt nur Bill Gates.
Immerhin, ich will gar nicht leugnen, daß mein wochenlager Kampf mit dem Computer auch erfreuliche Seiten hatte. Ich bin auf diverse Supportsides gestoßen, wo die Leute mir völlig kostenlos all ihr Wissen, all ihre Erfahrungen zur Verfügung gestellt haben. Wenn es doch nicht funktioniert hat, lag es zweifellos an mir. Gleichwohl, eine Beobachtung will ich doch loswerden. Früher, als ich Computer nur vom Hörensagen kannte, glaubte ich, das wären Geräte von höchster Exaktheit und Präzision. Diesen Glauben habe ich völlig verloren. In diesen Supportgroups hieß es völlig bedenkenlos: "Bügel mal den Treiber drüber, schmeiß mal das Programm runter... etc." Nie hätte ich früher gewagt, mich einem Computer so respektlos zu nähern. Mittlerweile scheint mir, daß es weitgehend Glücks- und Zufallssache ist, wenn so ein Kasten funktioniert. Man stelle sich einmal einen Automechaniker vor, der den Motor versuchsweise mal hinten, mal vorne einbaut, die Räder mal oben, mal unten montiert. Aber genug von Computern.
Wenn ich mich jetzt, nach rund zweimonatiger Pause, wieder im Netz und in der Welt umsehe, wird mir ganz anders. Kaum bin ich mal nicht da, hat mein Lieblingsforum (die Atlantiker) dichtgemacht (schluchz, heul), ist New Orleans überflutet und hat Deutschland sich verwählt. "O tempora, o mores", möchten ich und Cicero hier ausrufen. Und ebenso: "Quousque tandem, Schröder, patientia nostra...". Dabei kann ich nicht leugnen, daß Schröder mir (ebenso wie Catilina dem Cicero) doch so etwas wie widerwilligen Respekt einflößt. Er hat keine Chance, aber er nutzt sie. Alle anderen stehen da und machen ein dummes Gesicht. Wenn Politik nur aus Wahlkämpfen bestände, wäre Schröder wirklich ein großer Mann.

Donnerstag, September 01, 2005

Lebenszeichen

Nach langer Pause hier ein neuer Post. Zuerst war ich im Urlaub und hoffte im Stillen, daß während meine Abwesenheit irgendein Wunder meinen Compi wieder ans laufen gebracht hat. Aber ach, nicht einmal das bringt Ratzi zustande.
Immerhin, ich bekomme wieder Verbindung zu meinem Provider (?), Server (?), Remotecomputer (?) - also diesem Dingsda, zu dem das Kabel führt, das in meinem Computer steckt -; nur der Internetexplorer weigert sich zu funktionieren.
Übrigens hat das auch seine erfreulichen Aspekte. Man bemerkt auf einmal, wie hilfsbereit viele Menschen doch sind. Vor allem solche, die etwas von Computern verstehen (oder das zumindest glauben). Siegesgewiß, selbstbewußt und herablassen lächelnd setzen sie sich vor das Gerät, um dann nach etwa 2 Stunden wilde Flüche von sich zu geben.
Heute abend wird dann eine neue Runde beginnen im ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis, zwischen mir und dem Computer.

Freitag, Juli 15, 2005

Frauen und Computer

Ich bin zwar wieder gesund, aber ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe meine Frau an meinen Computer gelassen! Seither habe ich Virenbefall und komme nicht mehr ins Internet (Ist der Computer eifersüchtig auf meine Frau? Oder meine Frau auf den Computer? Ach, wer versteht schon Frauen und Computer).
Gestern war mein Vetter da; der in der Computerbranche arbeitet. Zwei Stunden hat er an dem Teil rumgemurxt, dann sagte er: "Kauf dir einen neuen Computer." Vielleicht sollte ich mir eine neue Frau kaufen. Aber das wäre noch teurer.
Erst einmal werde ich jetzt in Urlaub fahren und mich der Klärung der Frage widmen, die uns allen am Herzen liegt: Gibt es ein Leben außerhalb des Internets?
Mit neuen Beiträgen ist erst im August zu rechnen.

Montag, Juli 11, 2005

Stöhn

Immer noch Grippe. Mir kreist der Hut! Mein Gehirn käst! Es ist völlig verdunstet! Langsam ist es nicht mehr lustig.

Mittwoch, Juli 06, 2005

Wahlhelfer Loriot

Die letzten Tage habe ich flach gelegen; die beste Ehefrau von allen diagnostizierte eine "Sommergrippe" (kann man eigentlich die auch im Winter kriegen?). Irgendwie ist es ganz lehrreich mit 39 Fieber im Bett zu liegen. Man sieht alles aus weiter Ferne, sehr distanziert; man nähert sich ohne große Mühe jenem Geisteszustand an, den - glaube ich - die Buddisten in angestrenger Meditation anstreben. Aber, kaum genesen, setzten die alten Reflexe wieder an, und ich eile an den Compi.
Man liest ja häufig, daß die deutschen Dichter ein besonders enges Verhältnis zur SPD hätten. Dafür liefert SPON heute den Beweis. Die SPD will ihre Farbe ändern, nämlich von Rot zu Umbra. "Dieser Müntefering ist ja ein ganz rafinierter", dachte ich mir, als ich das las. Er hat nämlich Loriot zu Rate gezogen. In einem seiner frühen Werke empfiehlt dieser, wenn man den Anschein erwecken wolle, man sei ein großer Kenner von Innenarchitektur, dann solle man einen kritischen Blick auf die Wand werfen und monieren, es fehle ein Hauch Umbra.
Diese Prinzip hat sich die SPD schon des längeren zu eigen gemacht und kreativ weiterentwickelt. Um wirtschaftspolitische Kompetenz zur Schau zu stellen, moniert sie, es fehle eine Reichensteuer, um bildungspolitische,es fehlten Eliteuniversitäten.
Indes: Quod licet Iovi, non licet bovi.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,363926,00.html

Donnerstag, Juni 30, 2005

Scientology

Einen - wie immer - wunderbaren Beitrag von Andrew Hammel (German Joys, siehe die Seiten-Bar) über die Scientology Sekte und die deutschen Reaktionen auf diese will ich hier wenigsten im Ausschnitt dokumentieren:
"Whenever I see a German politician or activist warning of the terrifying dangers of Scientology, I wonder why Germans get so incredibly worked up about Scientology. My guess is there are two possible explanations: one fairly legit, and one less so. The legit explanation is that Germany is especially sensitive to any kind of organization that seems to aspire to create a glorious new society or control the lives of its members (see: Socialism, National). That I can understand. The other explanation I propose derives from undertones you hear in many German critiques of Scientology: that it's (1) American; (2) makes a lot of money; and (3) was founded by a guy who had absolutely no academic degrees or titles of any kind!"
Ich fürchte, ich fürchte, daß eher Nr. 2 (und vor allem Unterkapitel 3) zutreffend ist.