Samstag, Juni 18, 2005

Von Außen gesehen

Wer - wie ich - öfters einmal in amerikanischen Blogs surft (eine gute Linkliste bei American Future in der Sidebar), die sich kritisch mit der Politik Frankreichs und Deutschlands beschäftigen, dem werden zunächst die Übereinstimmungen auffallen. Beide Länder haben auf der anderen Seite des Atlantiks zur Zeit - na sagen wir mal - keinen übermäßig guten Ruf. Auch die Gründe sind offensichtlich: Anstoß erregt vor allem die Appeasementpolitik, welche beide Regierungen gegenüber den Islamisten verfolgen, insbesondere ihre Weigerung, am Irakkrieg teilzunehmen. Das ist ebenso berechtigt wie naheliegend.
Interessant finde ich, daß trotz dieser Übereinstimmung beide Nationen durchaus unterschiedlich gesehen werden, und zwar wird generell Frankreich noch weitaus negativer als Deutschland bewertet. Warum? Zunächst einmal argumentieren die Amerikaner: Wir haben die Frogs zweimal herausgehauen, 1918 und 1944, und das ist nun der Dank. Das zweite Argument wird selten explizit formuliert, kommt aber zwischen den Zeilen recht deutlich zum Vorschein. Vor allem wegen 1940 gelten die Franzosen als Feiglinge, als Weicheier, und was dergleichen Komplimente mehr sind. Gern wird dann ein markiger Ausspruch des Generals Patton zitiert, der offenbar einmal gesagt hat: "Ich habe lieber eine deutsche Division vor mir, als eine französische hinter mir".
Das ist eine schöne Überleitung zu dem Grund, warum die Deutschen doch noch besser als die Franzosen wegkommen. Allem Anschein nach gelten wir in den USA nach wie vor als harte Kämpfer, als erstklassige Soldaten, zwar als ein bißchen dämlich, aber doch als tough. Nachdem ich mir selbst seinerzeit 15 Monate lang alle Mühe gegeben habe, die Russen abzuschrecken, hege ich begründete Zweifel an dieser Ansicht. Ich fürchte, unsere amerikanischen Freunde hätten da, wenn wir uns wirklich am Irakkrieg beteiligt hätten, eine unangenehme Überraschung erlebt.
Insofern besteht doch Grund zu vorsichtigem Optimismus. Mit ein wenig Geschick müßte es möglich sein, daß wir uns bei dem demnächst anstehenden Kurswechsel in der Außenpolitik als harmlose Naivlinge darstellen, die von den bösen Franzosen verführt und verleitet worden sind.

6 Comments:

At 6:58 AM, Anonymous apollon said...

Was die Amerikaner über uns oder über die Franzosen denken, ist wohl hoffentlich nicht so oberflächlich wie es hier geschildert wird. Wenn es doch so wäre, spricht es eher gegen die, die es sagen oder gesagt haben sollen, als gegen die, die gemeint sind.

 
At 12:55 PM, Anonymous Mark Mallokent said...

Wer weiß schon, was ein anderer denkt. Mit ging es darum, einen -subjektiven - Eindruck zu formulieren, der sich aus längerer Beschäftigung mit kritischen amerikanischen Blogs speist. Was ich daran eigentlich interessant finde, ist, wie sehr die gegenseitige Wahrnehmung von Völkern und Nationen durch bestimmte Stereotypen gefiltert wird.

 
At 10:39 PM, Anonymous Anonym said...

Great work!
[url=http://sbqjemuw.com/ivxp/znka.html]My homepage[/url] | [url=http://tijetnxy.com/ygke/czde.html]Cool site[/url]

 
At 10:42 PM, Anonymous Anonym said...

Good design!
My homepage | Please visit

 
At 10:42 PM, Anonymous Anonym said...

Good design!
http://sbqjemuw.com/ivxp/znka.html | http://yofnhsky.com/drpi/tdpv.html

 
At 10:43 PM, Anonymous Anonym said...

Good design!
My homepage | Please visit

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home