Mittwoch, Juni 29, 2005

Worte und Taten

Beim Kampf gegen Antisemitismus, bei Freundschaftsbekundungen mit Israel, beim Bau von Gedenkstätten für ermordete Juden lassen sich die Deutschen von niemandem übertreffen. Die Deutschen haben die Vergangenheit bewältigt und aus der Geschichte gelernt: Antisemitismus ist Bäh. Und jetzt - fast programmgemäß just nach der Eröffnung des Mahnmals in Berlin - naht endlich die Gelegenheit, auf welche die Deutschen seit 1945 voll Ungeduld gewartet haben. Sie können das tun, was sie schon immer haben tun wollen, nämlich den Worten Taten folgen lassen: Wie ich SPON entnehme, befindet sich zur Zeit eine israelische Delegation in Deutschland, die um Unterstützung gegen den Iran, insbesondere gegen das iranische Atombombenprogramm, bittet. Klugerweise hat sie sich an Israels besten Freund, unseren Außenminister Joschka Fischer gewandt. Was für eine Gelegenheit: So kurz vor den anstehenden Neuwahlen wird er seinen Namen in den Geschichtsbüchern unsterblich machen, wird er als Israels Retter in die Geschichte eingehen. Oder etwa nicht?
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,362882,00.html