Dieses und jenes
Man muß wissen, wenn man verloren hat. Ich habe mir also - mit Tränen in den Augen - einen neuen Computer gekauft (Wie sagte doch ein kluger Erpel: "Leute, die Geld ausgeben, verstehen nichts von den wahren Freuden eines Kaptialisten"). In so einem Versandhaus habe ich ihn bestellt, zusammen mit einem neuen Windows XP. Das Windows kam zwei Tage vor dem Computer, und was tue ich, ich installiere das neue Windows auf meinem alten PC, dem, mit dem ich seit Wochen nicht mehr ins Internet komme. Und - der Leser wird es schon erraten haben - auf einmal funktioniert der alte Compi wieder einwandfrei. Jetzt stehe ich da mit zwei funktionierenden Computer. Was soll ich mit zwei Computern? Aber, siehe da, meine Frau, die doch früher gar nicht genug über Compis und Internet wettern konnte, will auf einmal auch einen haben. Nun, ein braver Ehemann kommt allen Wünschen seiner besseren Hälfte zuvor, ich werde also den alten im Wohnzimmer anschließen. Kann man 2 Compis über ein Modem betreiben? Die Antwort kennt nur Bill Gates.
Immerhin, ich will gar nicht leugnen, daß mein wochenlager Kampf mit dem Computer auch erfreuliche Seiten hatte. Ich bin auf diverse Supportsides gestoßen, wo die Leute mir völlig kostenlos all ihr Wissen, all ihre Erfahrungen zur Verfügung gestellt haben. Wenn es doch nicht funktioniert hat, lag es zweifellos an mir. Gleichwohl, eine Beobachtung will ich doch loswerden. Früher, als ich Computer nur vom Hörensagen kannte, glaubte ich, das wären Geräte von höchster Exaktheit und Präzision. Diesen Glauben habe ich völlig verloren. In diesen Supportgroups hieß es völlig bedenkenlos: "Bügel mal den Treiber drüber, schmeiß mal das Programm runter... etc." Nie hätte ich früher gewagt, mich einem Computer so respektlos zu nähern. Mittlerweile scheint mir, daß es weitgehend Glücks- und Zufallssache ist, wenn so ein Kasten funktioniert. Man stelle sich einmal einen Automechaniker vor, der den Motor versuchsweise mal hinten, mal vorne einbaut, die Räder mal oben, mal unten montiert. Aber genug von Computern.
Wenn ich mich jetzt, nach rund zweimonatiger Pause, wieder im Netz und in der Welt umsehe, wird mir ganz anders. Kaum bin ich mal nicht da, hat mein Lieblingsforum (die Atlantiker) dichtgemacht (schluchz, heul), ist New Orleans überflutet und hat Deutschland sich verwählt. "O tempora, o mores", möchten ich und Cicero hier ausrufen. Und ebenso: "Quousque tandem, Schröder, patientia nostra...". Dabei kann ich nicht leugnen, daß Schröder mir (ebenso wie Catilina dem Cicero) doch so etwas wie widerwilligen Respekt einflößt. Er hat keine Chance, aber er nutzt sie. Alle anderen stehen da und machen ein dummes Gesicht. Wenn Politik nur aus Wahlkämpfen bestände, wäre Schröder wirklich ein großer Mann.

1 Comments:
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